Die Menschen in den Städten Stanstead (Kanada) und Derby Line (USA) leiden direkt unter Donald Trump.

Die rigorose Politik von US-Präsident Trump hat für viele Menschen direkte Auswirkungen auf ihr Leben und ihren Alltag in den USA. Das betrifft natürlich zuallererst die vielen eingewanderten und ausländischen Bürger, die nun ständig mit der Angst leben müssen, von irgendwelchen durchgeknallten ICE-Beamten bzw. ICE-Mitarbeitern (ICE = United States Immigration and Customs Enforcement) in ihren Wohnungen, auf Arbeit oder auch auf offener Straße gern auch unter Anwendung von Gewalt verhaftet, abgeführt und letztendlich aus den USA abgeschoben zu werden. Egal, ob das rechtlich Bestand haben dürfte oder nicht. Solche Szenen kannte man in Deutschland zuletzt in den 1930er Jahren.

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Die „Politik des starken Mannes“ hat darüber hinaus auch ganz konkrete Auswirkungen auf das alltägliche Leben von zahlreichen Menschen, die gar nicht dachten, von den Regelungen der Republikaner irgendwie betroffen zu sein. Da zu zählen auch die Menschen im kanadischen Stanstead und dem US-amerikanischen Derby Line, die beide direkt an der Grenze zwischen beiden Ländern liegen. Und zwar so dicht, dass die Grenze Straßen in der Mitte teilt oder gar durch Häuser verläuft.

Der Youtuber Matthias Schwarzer hat die Gegend um Stanstead besucht und beleuchtet die aktuelle Lage an der Grenze, die historischen Vorgänge, die zu der heutigen kuriosen Lage geführt haben und zeigt sehr deutlich, dass Trump das Leben der Menschen stark negativ beeinträchtigt hat. Sein irrer Traum von der Einverleibung Kanadas als 51. Staat der USA ist dabei einer der Ursachen.

Trump zerreißt gewachsene Nachbarschaft

Das Video „Wie Trumps Politik eine Nachbarschaft zerreißt“ schildert, wie die politische Agenda von Donald Trump das Leben und die Beziehungen in einer US-amerikanischen Kleinstadt nachhaltig beeinflusst und polarisiert. Ausgehend von persönlichen Einblicken und lokalem Alltag wird gezeigt, wie nationale Politik in Alltagssituationen eindringt und Nachbarschaften spaltet.

Quelle: YouTube

Das Video schildert konkrete Fallbeispiele. Es zeigt eine Straße, die in der Mitte durch die Grenze geteilt ist. Zwar darf man von der kanadischen Seite aus die Straße ohne Grenzkontrollen benutzen, darf jedoch nicht anhalten oder gar auf eines der Grundstücke, die sich auf der US-Seite befinden, besuchen. Das würde sofort geahndet, denn der ganze Bereich wird ständig mit zahlreichen Kameras, Grenzbeamten auf beiden Seiten und gar Hubschrauberüberflügen lückenlos überwacht.

Gebäude stehen direkt auf der Grenze

Einen großen Teil des nehmen die besonderen Kuriositäten um einige Gebäude ein, die direkt auf der Grenze stehen. In diesen Gebäuden geht die Grenze buchstäblich mitten durch das Haus. Bei einigen davon handelt es sich um Wohnhäuser, die in der Mehrheit von US-Bürgern oder Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit bewohnt werden und die ihren Eingang von der US-Seite haben. Die Menschen dürfen die Häuser zwar komplett benutzen, einen Ausgang nach Kanada gibt es jedoch nicht oder darf nicht benutzt werden.

Das besonders kuriose unter den Gebäuden ist aber die „Haskell Bibliothek“, die einst ganz bewusst auf die Grenzlinie gebaut wurde, um so den Zusammenhalt der Menschen in beiden Orten zu verfestigen. Das Gebäude, das neben einer Bibliothek (mit vielen Büchern in französischer und englischer Sprache zur Ausleihe) auch einen großen Kultursaal enthält, der für Theater, Oper, Kino und andere Veranstaltungen genutzt werden kann, konnte über Jahrzehnte von beiden Seiten der Grenze völlig ohne irgendwelche Einschränkungen genutzt werden. Keine Grenzkontrollen, keine Visa oder sonst etwas.

Trump stört Beziehungen

Das ist nun anders und daran ist Donald Trump und die Politik der Republikaner schuld. Nun ist es für Kanadier nicht mehr so einfach möglich zum Eingang der Bibliothek, der zudem barrierefrei ist, zu gelangen. Nun müssen sie einen kleinen Hintereingang (von Kanada direkt zu erreichen) nutzen oder einen Umweg über einen offiziellen Grenzübergang nutzen. Nur um ein paar Bücher auszuleihen oder eine Kulturveranstaltung zu besuchen. Irre.

Auch der jahrzehntelang selbstverständliche Austausch von Waren und Dienstleistungen über die grüne Grenze hinweg ist nun entweder gar nicht mehr oder nur noch schwer möglich. So wurde unlängst ein 69-jähriger Einwohner von Derby Line (USA) verhaftet, weil er sich eine Pizza aus Stanstead (Kanada) bestellen wollte, so wie wahrscheinlich schon völlig ohne Probleme unzählige Male davor. Jetzt wurde er aber des Schmuggels bezichtigt.

Hoffnung für die Zukunft

Am Ende des Videos sieht man aber auch, das der Zusammenhalt der Menschen über die Grenze hinweg auch von der irren Politik der Republikaner nicht zu brechen ist. So wird darüber berichtet, dass an einigen Häusern auf der US-Seite der Grenze nun kanadische Fahnen wehen und dass die Freundschaft der beiden Städte aufrecht erhalten werden soll, weil die Beeinträchtigungen auch eine Art Chance ist, weiter zusammen zu rücken. Denn viele US-Amerikaner sind nicht mit Trump einverstanden und wollen die Beziehungen zu den Nachbarn verstärken und ausbauen. Die Menschen lassen sich auch von Despoten nicht trennen.

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