Hilfs-Journalist versus Lügenpresse.

Man kann von Mario Barth und seinen künstlerischen, humoristischen Ergüssen nichts halten, und das ist auch angemessen. Seine Ausflüchte in die journalistische Ecke sollte er jedoch sofort wieder beenden. Denn soviel Fremdschämen war selten im Netz.

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Barth in New York

Wer dem Komiker auf seiner Facebook Seite folgt, und auch alle anderen, mußte dieser Tage von Barths Ausflug samt seiner Genkopie (namens Bruder) in die US-Ostküstenmetropole New York erfahren. In zahlreichen Medien und Übermedien war davon zu lesen. Und was da stand, war selten schön. Für Barth.

Was war passiert?

Barth filmte per Facebook Live-Video seinen Aufenthalt vorm Trump Tower an New Yorks 5. Avenue. Soweit so spannend für alle, die noch nie in der Stadt waren. New York kann schon begeistern und einen die Sinne rauben, wenn man sonst nur Flachbauten gewohnt ist.

Lügenpresse

Doch Barth scheint es mehr auf die Sinne geschlagen zu haben, als es gut für ihn war. So versuchte er doch tatsächlich zu beweisen, daß die Berichte über die Massenproteste vor dem Trump Tower wohl gelogen waren. Lügenpresse halt.

Keine Massenaufläufe vorm Trump Tower, keine Demo. Da kennt er sich schließlich aus als alter Kreuzberger.

Blöd nur, daß Barth erstens am Morgen gefilmt hat, die Demos aber abends stattfanden, und daß zweitens die 5. Av. bereits für die später stattfindende Veterans-Parade gesperrt war. Deshalb waren in dem Moment, als Barth vorm Trump Tower filmte, auch keine Demonstranten zu sehen.

Statt also die Lügenpresse zu entlarven, entlarvte Barth sich selbst. Entweder war es bei ihm Desinteresse und mangelnde Recherche oder Vorsatz. Beides hinterläßt keinen guten Eindruck.

Verfolgungswahn

Die weiteren Videos aus dem Inneren des Trump Towers, der u.a. auch die private Wohnung des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump beherbergt und deshalb dementsprechend von Sicherheitspersonal gesichert ist, lassen bei Barth einen ausgeprägten Verfolgungswahn vermuten.

Daß dabei auch noch eine gewisse amerikanische Kaffeehaus-Kette auffallend häufig erwähnt wird, ist bestimmt nur reiner Zufall, und garantiert kein Product placement.

Wortschatz

Insgesamt hat sich Barth mit diesen Ausfällen sicher keinen Gefallen getan. Sein beschränktes Weltbild und sein beschränkter Wortschatz wurden eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Mit wie wenig Worten und Inhalt Barth sein ganzes Bühnenprogramm herunterspult hat übrigens Christine Prayon vor längerer mal unter Beweis gestellt. Prädikat: gar nicht wertvoll.

Lyrik: Christine Prayon liest Mario Barth

Quelle: YouTube

Leider hat sich seitdem nichts geändert. Noch immer sind die Horizonte Barths und offenbar auch die seiner Fans arg beschränkt. Die Kommentare auf seiner Facebook-Seite sprechen Bände. Das kann man kritisieren, muß man aber nicht.

Wenn solche Leute sich jedoch als Journalist versuchen und damit die Mär von der Lügenpresse nähren, dann hört der Spaß definitiv auf.

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